Info zu unseren mittelalterlichen Gläsern

Info zu unseren mittelalterlichen Gläsern

 

Mittelalterliches Glas ist - entgegen früherer Forschungsmeinungen - in einer Fülle von Material auf uns gekommen.
Es zeigt sich ein erstaunlich großes Spektrum an Formen, Verzierungsmöglichkeiten und auch an Farben.

Neben einfachen Gebrauchsgläsern verfertigten die mittelalterlichen Glaskünstler in vielen Gebieten in und
außerhalb Europas technisch diffizile, höchst verfeinerte und ästhetisch reizvolle Gläser, auch diejenigen,
die abseits der Kulturzentren der Städte in den unwirtlichen Waldgebirgen hausten.

Während das überwiegend grün und blau gefärbte Waldglas ab 1200 nördlich der Alpen in den wandernden
Wald-Glashütten der Mittelgebirge hergestellt wurde, entwickelte sich um 1400 Venedig zum bedeutendsten
Zentrum der Glasindustrie. Seine führende Rolle verdankte es vor allem einer sehr subtilen Glaskunst mit klarer
dünner Glasmasse und äußerstem technischem Raffinement. Die unerreichte Reinheit der farblosen Gläser stand
im deutlichen Kontrast zu dem eher derben Waldglas und war in ganz Europa bekannt und begehrt.
So versuchte man in zahlreichen Hütten, vor allem in Deutschland, Frankreich und am erfolgreichsten in den
Niederlanden, Gläser "à la façon de Venise" zu produzieren.

Alle Repliken mittelalterlicher Gläser werden von böhmischen Glasmachern in alter Tradition hergestellt.
Unter dem Boden ist jede Replik vom Glasmeister gezeichnet. Da alle Gläser in Handarbeit hergestellt wurden, kann
es zu kleinen Abweichungen in der Farbgebung kommen.